Fahrig im Boden-Finale - Kritik von Hambüchen
Foto: dpaDer 23 Jahre alte WM-Sechste aus Halle schaffte im Vorkampf trotz eines Fehlers nach der ersten Bahn sicher den Einzug ins Boden-Finale und will dort Weltmeister Marian Dragulescu aus Rumänien zur Revanche herausfordern. Einen weiteren Finalplatz der deutschen Männer erkämpfte Thomas Taranu aus Straubenhardt als Sechster an den Ringen.
Nicht dabei ist beim Weltcup Fabian Hambüchen, der sich nach seinem Außenbandriss auf das Finale der Champions Trophy konzentriert. Zwei Tage vor dem Auftritt kritisierte der Mehrkampf-Europameister noch einmal den Turn-Weltverband FIG wegen der Vielzahl internationaler Wettkämpfe. 'Ich frage mich oft, ob es sein muss, dass die FIG zehn Weltcups im Jahr ausschreibt. Das ist Unsinn. Da könnte man auch ein paar streichen', sagte der 22-Jährige im Interview der 'Stuttgarter Nachrichten'. Hinzu komme 'das Problem, dass wir in jedem Jahr eine Europameisterschaft und eine Weltmeisterschaft haben. Auch wenn jeder Wettkampf für sich seinen Reiz hat - mein Terminkalender läuft bald über.'
Hambüchen hatte sich im Oktober einen Außenbandriss im linken Fuß zugezogen und das unter anderem auf die hohen Belastungen während einer Saison zurückgeführt. Bei der mit 270 000 Euro dotierten Trophy sind in Marcel Nguyen (Unterhaching) und Fahrig zwei weitere Deutsche am Start. 'Der Fuß macht sich gut. Ich bin heiß, in Stuttgart dabei zu sein. Wer mich kennt, der weiß, dass mit mir zu rechnen ist', sagte Hambüchen.
Der Wetzlarer hat nach drei von vier Wettkämpfen 16 Punkte auf seinem Konto. Nach seinen Siegen in Frankfurt/Main und Berlin kann er mit einem weiteren Erfolg in Stuttgart noch den bislang führenden Maxim Dewjatowski aus Russland (17 Punkte) überflügeln und sich das für den Gesamtsieger der Trophy ausgelobte Luxusauto der Marke Mercedes sichern. Allein der Sieg in Stuttgart würde dem Reck-Weltmeister von 2007 noch einmal 15 000 Euro einbringen.
Auch die deutschen Turnerinnen feierten einen Super-Einstand, erkämpften gegen allerdings schwache Konkurrenz gleich sieben Finalplätze. Überragend war die deutsche Meisterin Kim Bui aus Tübingen, die am Barren die Bestnote 14,20 erzielte und auch am Boden als Zweite (14,05) und beim Sprung als Dritte (13,80) als Mitfavoritin in die Finals zog. Gleichfalls dreimal ist Elisabeth Seitz (Mannheim) in den Endkämpfen dabei: am Boden (3.), Stufenbarren (2.) und Schwebebalken (4.). Den siebten Endkampf-Platz erkämpfte Maike Roll (Söllingen/7.) am Schwebebalken.
'Sieben Starts, sieben Finals, das hört sich gut an. Aber wir haben nur eine normale Leistung gebracht und nichts Überragendes geleistet', meinte Cheftrainerin Ulla Koch relativierend. Mit den Barren-Übungen war sie nicht zufrieden. 'Platz 1 und 2 klingt nicht schlecht. Aber wir müssen uns nicht hier beim DTB-Pokal messen, sondern 2011 bei der Olympia-Qualifikation mit Leuten, die bedeutend besser sind. Der Wettkampf war ein kleiner Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, wo wir hinwollen', sagte Ulla Koch.





