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Alle gegen Hamilton: McLaren-Mann völlig isoliert 


Alle gegen Hamilton: McLaren-Mann völlig isoliert
Lewis Hamilton saß nicht auf dem Podium, er kauerte. Eingekeilt zwischen den Rivalen und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit lächelte er mühsam, die Schultern nach vorne gezogen, geduckt. Die Antworten auf der Pressekonferenz: leise, schüchtern, kurz angebunden, zuweilen trotzig. Ob er das Rennen in Schanghai anders angehen werde nach der Nullnummer von Fuji am vergangenen Sonntag? Hamiltons knappe Antwort, beinahe geflüstert: "Nein." Und wie sieht seine generelle Ausrichtung für China aus? "Die gleiche wie immer."

Wie ein eingeschnappter Schuljunge, keinesfalls mit dem Selbstbewusstsein und der Souveränität eines kommenden Weltmeisters hat sich der McLaren-Mercedes-Pilot vor dem Showdown in Schanghai präsentiert. Beim Großen Preis von China am Sonntag (9.00 Uhr live im Video-Stream und Ticker bei sport.de) kann sich der 23-jährige Brite vorzeitig zum jüngsten Titelträger in der Geschichte der Königsklasse krönen. Nach den Eindrücken vor dem vorletzten Saisonrennen fiel es den meisten Beobachtern schwer, daran zu glauben. Die Nervosität war Hamilton deutlich anzumerken.

Hamilton schmallippig - Rivalen ganz entspannt

In der WM-Wertung führt er mit 84 Punkten vor Ferraris Brasilianer Felipe Massa (79) und dem polnischen BMW-Sauber-Piloten Robert Kubica (72). Im Vorjahr hatte der Neuling 17 Punkte Vorsprung auf den Finnen Kimi Räikkönen in den letzten beiden Rennen noch verspielt. Hamilton wollte zwar möglichst selbstbewusst wirken, doch es war deutlich zu spüren, dass er sich unwohl fühlt. Kubica saß auf der Pressekonferenz ganz gelassen neben ihm, sein erbitterter Silberpfeil-Teamrivale von 2007, Renaults Spanier Fernando Alonso, entspannt hinter ihm.




Genauso wie Massas Teamkollege, der noch amtierende, aber bereits aus dem Titelrennen ausgeschiedene Weltmeister Räikkönen. Später sagte Massa: "Ich würde die WM lieber anführen." Mit größeren Sticheleien gegen den Rivalen hielt er sich aber zurück. Hamilton wollte es in dieser Situation vermeiden, Schwäche zu zeigen, doch seine Schmallippigkeit bewirkte genau das Gegenteil. Ob die strengen Entscheidungen der Rennkommissare von Fuji gegen ihn, Massa und Toro-Rosso-Pilot Sebastien Bourdais Einfluss auf seinen Fahrstil haben werden? Wieder brachte Hamilton nur ein knappes "No" hervor.

Alonso provoziert Hamilton

Und was er dazu sage, dass Alonso Massa helfen wolle, den Titel zu gewinnen? "Was die anderen tun, ist nicht meine Sache", sagte Hamilton. Die Fragen wurden schärfer, die Stimmung gegen Hamilton war ohnehin frostig, isoliert saß er auf der Bühne. Aus dem Hintergrund ließ zudem Alonso keine Gelegenheit aus, Hamilton zu provozieren. "Ich würde es gerne sehen, wenn Robert die WM gewinnt", sagte der Spanier. Und ob sie etwas zu Hamiltons Fahrstil zu sagen haben, wurden Alonso und Räikkönen gefragt. Ihre gemeinsame Antwort: "Kein Kommentar."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verteidigte seinen schwer unter Beschuss stehenden Piloten danach mit aller Macht. "Man braucht Lewis gar nicht zu beeinflussen, der ist selbst am kritischsten mit sich selbst. Viel kritischer als er eigentlich sein müsste", sagte Haug und ergänzte: "Er ist so viele geile Rennen gefahren, auch nach Fehlern, das darf man nicht vergessen." Hamilton hatte auf der Pressekonferenz noch gesagt: "Ich fühle mich gut und genauso stark wie immer." Er sprach leise dabei.



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Fahrer-Weltmeisterschaft

1. Jenson Button 95
2. Sebastian Vettel 84
3. Rubens Barrichello 77
4. Mark Webber 69,5
5. Lewis Hamilton 49
6. Kimi Räikkönen 48
7. Nico Rosberg 34,5
8. Jarno Trulli 32,5
9. Fernando Alonso 26
10. Timo Glock 24

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